PHP ist tot. Lang lebe PHP.
PHP betreibt 75 % aller Websites mit serverseitiger Programmierung. Es hat 448.000 Packages auf Packagist, eine eigene Foundation mit Sponsoren wie JetBrains und Laravel, und mit NativePHP kann man jetzt sogar Desktop- und Mobile-Apps in PHP schreiben. Trotzdem hält sich die Behauptung, PHP sei tot. Hier sind die Fakten.
PHP betreibt 75 % aller Websites mit serverseitiger Programmierung. Die "PHP ist tot"-Prophezeiung gibt es seit 2004 – und jedes Mal hat PHP einfach weitergemacht. Nicht weil die Sprache perfekt ist, sondern weil sie funktioniert, sich weiterentwickelt und das größte Webentwicklungs-Ökosystem der Welt hat.
Seit Jahren hören wir die gleiche Behauptung: "PHP ist veraltet und langsam. Nimm lieber diese neue Sprache." 2004 sollten Java-Servlets PHP ablösen. 2007 war es Ruby on Rails. 2011 Node.js. 2015 Go. 2020 Rust. Jedes Mal hieß es: PHP ist am Ende. Und jedes Mal hat PHP einfach weitergemacht – leise, zuverlässig und auf drei Vierteln des Internets.
Dieser Artikel ist eine Einordnung für Entscheider, die sich fragen, ob PHP 2026 noch die richtige Technologieentscheidung ist. Spoiler: Ja. Und zwar aus guten Gründen.
Wie relevant ist PHP 2026 wirklich?
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Laut W3Techs (Stand April 2026) läuft PHP auf rund 75 % aller Websites mit erkennbarer Server-Technologie. Nicht 7 %. Nicht 17 %. Drei Viertel des Webs.
Dazu kommen über 43 % aller Websites, die WordPress nutzen – auch das ist PHP. Plattformen wie Shopware, Magento und Statamic setzen auf PHP. Und Laravel ist mit über 512 Millionen Packagist-Downloads eines der meistgenutzten Frameworks überhaupt.
Auf Packagist, dem zentralen Package-Repository für PHP, sind über 448.000 Packages registriert – mit insgesamt 176 Milliarden Installationen seit 2012. Zum Vergleich: 2012 hat man PHP-Abhängigkeiten noch per ZIP heruntergeladen und per FTP hochgeladen. Composer hat das Ökosystem professionalisiert und eine Paketkultur geschaffen, die sich hinter npm nicht verstecken muss.
Ist PHP noch das PHP von 2005?
Nein. Wer heute über PHP urteilt und dabei an PHP 4 oder 5 denkt, hat 15 Jahre verpasst. Die Sprache hat sich fundamental verändert:
PHP 7 (2015) – Performance gegenüber PHP 5.6 verdoppelt. Scalar Type Hints und Return Types eingeführt.
PHP 8.0 (2020) – JIT-Compiler, Named Arguments, Match Expressions, Union Types, Attributes.
PHP 8.1–8.3 – Enums, Fibers (für asynchrone Programmierung), Readonly Properties, Intersection Types, Typed Class Constants.
PHP 8.4 (November 2024) – Property Hooks und Asymmetric Visibility. Properties können erstmals Getter/Setter-Logik direkt definieren, und die Sichtbarkeit für Lesen und Schreiben kann getrennt gesteuert werden. Das reduziert Boilerplate-Code erheblich und bringt PHP auf ein Niveau, das Sprachen wie Kotlin oder C# ähnelt.
PHP 8.5 (November 2025) – Pipe Operator, Clone With und mehr. Der Pipe Operator (|>) ermöglicht funktionale Verkettung von Aufrufen ohne Zwischenvariablen. Clone With vereinfacht das Klonen und Ändern von Readonly-Objekten. Dazu kommen das #[\NoDiscard]-Attribut gegen ignorierte Rückgabewerte, persistente cURL Share Handles für bessere Performance und die neuen Funktionen array_first() und array_last().
Wer PHP heute noch mit der Version 5 von 2010 vergleicht, vergleicht einen Golf 3 mit einem Golf 9. Es ist technisch die gleiche Kategorie – aber alles andere hat sich verändert.
Wer steht hinter PHP – und wer bezahlt die Entwicklung?
Die PHP Foundation – und sie wird von den größten Namen der Branche finanziert.
Die PHP Foundation wurde gegründet, um die langfristige Weiterentwicklung von PHP sicherzustellen. Sie beschäftigt 10 Core-Entwickler, die an der Sprache selbst arbeiten – finanziert durch Sponsoren wie JetBrains, Automattic (WordPress), Laravel, Symfony, GoDaddy, Craft CMS und viele weitere. 2024 hat die Foundation 683.550 $ an Spenden erhalten und plant für 2025 ein Budget von bis zu 900.000 $.
Das ist ein wichtiger Punkt für Entscheider: PHP ist keine Hobby-Sprache, die von einem einzelnen Maintainer abhängt. Es ist ein professionell finanziertes Open-Source-Projekt mit einer eigenen Stiftung, einem Board of Directors und einem wachsenden Budget. Die Sprache wird nicht sterben, weil eine einzelne Person das Interesse verliert.
Kann PHP mehr als nur Websites?
Ja – und das ist vielleicht die überraschendste Entwicklung der letzten Jahre.
Mit NativePHP können Sie mit Laravel Desktop-Anwendungen für Windows, macOS und Linux bauen – sowie mobile Apps für iOS und Android. NativePHP bündelt PHP mit einer nativen Shell (Electron für Desktop, Swift/Kotlin für Mobile) und erzeugt installierbare Apps, die komplett auf dem Gerät des Nutzers laufen. Kein Server nötig.
Das bedeutet: Routes, Controller, Eloquent Models, Blade Templates, Artisan Commands – alles was Sie aus Laravel kennen, funktioniert auf dem Desktop und auf dem Smartphone. NativePHP for Mobile v3 ist seit Februar 2026 frei und Open Source (MIT-Lizenz) und nutzt eine Plugin-Architektur: Sie installieren nur die nativen Features, die Sie brauchen (Kamera, Dateizugriff, Share etc.).
Für eine Sprache, der seit 20 Jahren der Tod vorhergesagt wird, ist das ein bemerkenswerter Schritt. PHP läuft nicht mehr nur auf Webservern – es läuft überall.
Wie steht es um das Ökosystem und die Werkzeuge?
PHPs Ökosystem ist so ausgereift wie nie zuvor.
Die PSR-Standards (PHP Standard Recommendations) ermöglichen Framework-übergreifende Interoperabilität: PSR-4 (Autoloading), PSR-7 (HTTP Messages), PSR-11 (Container). Das bedeutet, dass Packages zwischen Laravel, Symfony und anderen Frameworks wiederverwendbar sind. Das gab es 2010 nicht.
Wer behauptet, PHP habe kein Typsystem, kennt PHPStan und Psalm nicht. Statische Analyse auf TypeScript-Niveau – für PHP. Diese Tools finden Typfehler, Null-Pointer-Probleme und logische Fehler, bevor der Code überhaupt ausgeführt wird. In Kombination mit den nativen Type Hints seit PHP 8 ist "PHP hat keine Typen" schlicht falsch.
Dazu kommen FilamentPHP als Admin-Panel-Framework, Statamic als CMS, Shopware als E-Commerce-Plattform und Laravel als Full-Stack-Framework mit integriertem Ökosystem für Authentifizierung, Zahlungen, Queues, WebSockets und Deployment. Kein anderer Sprach-Stack bietet eine vergleichbare Bandbreite an aufeinander abgestimmten Tools für Webanwendungen.
Hat PHP auch Schwächen?
Ja – und wer PHP verteidigt, sollte ehrlich sein.
Inkonsistente Standardbibliothek. strpos($haystack, $needle) vs. array_search($needle, $haystack). Die Parameter-Reihenfolge in PHPs Built-in-Funktionen ist historisch gewachsen und teilweise willkürlich. Man gewöhnt sich daran, aber es bleibt ein Designfehler.
Unicode-Handling. String-Funktionen arbeiten standardmäßig byte-basiert. Für korrekte Unicode-Verarbeitung braucht man die mb_*-Funktionen. In einer Welt mit Emojis und internationalen Zeichensätzen ist das nicht mehr zeitgemäß.
Legacy-Code-Reputation. Der Ruf von PHP leidet unter Millionen von schlecht geschriebenen WordPress-Plugins und PHP-4-Spaghetti-Code, der noch in Produktion läuft. Das ist ein Community-Problem, kein Sprach-Problem – aber es prägt die Wahrnehmung.
Diese Schwächen sind real. Aber sie sind bekannt, dokumentiert und in der täglichen Arbeit mit Frameworks wie Laravel kaum spürbar. Die Abstraktionsschicht des Frameworks schützt vor den meisten Inkonsistenzen der Sprache.
Ist PHP schnell genug?
Für 95 % aller Webanwendungen: Ja. Modernes PHP mit OPcache performt auf Augenhöhe mit Python und Ruby. Der Bottleneck in Webanwendungen ist fast immer die Datenbank oder ein externer API-Call – nicht die Sprache.
Und wenn die Standard-Performance nicht reicht, gibt es Laravel Octane: Mit FrankenPHP oder Swoole wird die Anwendung einmal gebootet und im Arbeitsspeicher gehalten. Praxisberichte zeigen 5–10× höhere Throughput-Werte gegenüber dem klassischen PHP-FPM-Setup. Und mit Laravel Vapor läuft Ihre Anwendung serverless auf AWS Lambda – automatisch skalierend, ohne Infrastruktur-Management.
Die ehrliche Einordnung: Wenn Ihr Projekt Millionen gleichzeitiger Verbindungen verarbeiten muss – ein Echtzeit-Trading-System oder ein IoT-Gateway –, ist Java oder Go die bessere Grundlage. Für Webanwendungen, Kundenportale, SaaS-Produkte und APIs ist PHP mit Laravel mehr als ausreichend schnell.
Wer setzt PHP in der Praxis ein?
Nicht nur kleine Agenturen – auch Unternehmen, die man nicht mit PHP in Verbindung bringen würde.
Shopify – eine der größten E-Commerce-Plattformen weltweit – empfiehlt Laravel als Framework für die Entwicklung von Shopify-Apps:
Unternehmen wie die BBC, Pfizer und Liberty Mutual setzen Laravel für interne Tools und kundengerichtete Anwendungen ein. Und Shopware, eine der führenden E-Commerce-Plattformen in Europa, basiert vollständig auf PHP und Symfony.
Das Argument "PHP ist nicht enterprise-tauglich" ist in unserem Spring Boot vs. Laravel-Vergleich ausführlich widerlegt. Enterprise-Tauglichkeit ist eine Frage der Architektur und des Teams – nicht der Programmiersprache.
Ist PHP also die richtige Wahl für Ihr nächstes Projekt?
Wenn Sie eine Webanwendung, ein Kundenportal, ein SaaS-Produkt oder ein CMS bauen wollen: Ja.
PHP hat im Jahr 2026 alles, was eine moderne Programmiersprache braucht: ein starkes Typsystem, asynchrone Programmierung mit Fibers, eine professionell finanzierte Foundation, 448.000 Packages und ein Framework-Ökosystem, das seinesgleichen sucht. Mit NativePHP kann PHP sogar den Desktop und mobile Geräte bedienen. Und mit Laravel haben Sie ein Framework, das Ihnen vom ersten Tag an Authentifizierung, Queues, APIs, WebSockets und ein Admin-Panel liefert – ohne Wochen an Setup-Arbeit.
PHP ist nicht tot. PHP war nie tot. PHP macht einfach weiter – so wie in den letzten 30 Jahren.
Lang lebe PHP.
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