KONZEPTENTWICKLUNG
Die konzeptionelle Architektur des Projekts basiert auf dem Prinzip der Wiederverwendung: Anstatt Funktionalitäten neu zu bauen, die im LMS bereits existierten – Checkout, Einschreibung, Teilnehmerverwaltung, Zertifikatsausstellung – wurde die Website so konzipiert, dass sie diese nutzt. Statamic dient als öffentliche Oberfläche und Storefront; das LMS bleibt der operative Motor.
Diese Aufgabentrennung ist sowohl technisch sinnvoll als auch wirtschaftlich effizient. Sie vermeidet die Duplizierung von Geschäftslogik, reduziert den Wartungsaufwand und schafft ein System, in dem jede Komponente genau das tut, wofür sie konzipiert wurde. Die Website präsentiert Daten; das LMS verarbeitet Transaktionen. Das Konzept verwandelt eine bestehende operative Plattform in ein kommerziell zugängliches Produkt, indem eine öffentliche Präsentationsschicht hinzugefügt wird – ohne die Plattform selbst zu verändern.
Das E-Commerce-Modell folgt etablierten Konventionen: Kategorie-Browsing, Produktliste, Produktdetailseite, Checkout. Diese Vertrautheit reduziert die Einstiegshürde für B2B-Käufer und erfordert keine Einarbeitung.
SEO
Suchmaschinenoptimierung (SEO) war eine explizite Projektanforderung und eine nicht-triviale technische Herausforderung. Denn Kursinhalte befinden sich in der LMS-Datenbank – außerhalb des Statamic-Content-Modells. Statamic hat von sich aus keine Kenntnis davon. Ohne gezielte Maßnahmen würde Google keine Sitemap-Einträge für Produktseiten erhalten, was den Onlineshop für die organische Suche praktisch unsichtbar machen würde. Für ein Unternehmen, das Kunden über die Suche gewinnt, wäre das ein erhebliches geschäftliches Risiko.
Dafür wurden zwei individuelle Integrationen entwickelt:
1. Erweiterte XML-Sitemap-Generierung: Die Sitemap-Funktionalität von Statamic wurde erweitert, um sämtliche Unterweisungsinhalte aus der LMS-Datenbank einzubeziehen. Wenn ein neuer Kurs im LMS erstellt wird, wird er automatisch zur Statamic-Sitemap hinzugefügt – ohne manuelles Eingreifen. So wird sichergestellt, dass Google kontinuierlich über den vollständigen Produktkatalog informiert ist.
2. Live-Vorschau für externe Inhalte: Es wurde eine individuelle Live-Vorschau-Integration gebaut, damit Redakteure Unterweisungsinhalte im Statamic Control Panel in der Vorschau sehen können, obwohl diese Inhalte nicht in Statamic gespeichert oder verwaltet werden. Dies ermöglicht eine redaktionelle Qualitätskontrolle über Seiten, die Statamic-Inhalte mit LMS-Daten kombinieren, bevor sie veröffentlicht werden.
Beide Integrationen zeigen die Fähigkeit von Statamic, über seine Standardfunktionalität hinaus komplexe, praxisnahe SEO-Anforderungen zu erfüllen.
DESIGN & UX/UI
Die Produktdetailseite wurde nach gängigen E-Commerce-Konventionen gestaltet und präsentiert:
Kursbilder / Videos,
Titel,
Bewertungen,
Spezifikationen,
Sprachen und
Preis pro Kursmaterial.
Diese Daten werden dynamisch über einen individuellen Inhaltsblock aus der LMS-Datenbank bezogen.
Die Page-Builder-Architektur ermöglicht es Redakteuren, diesen dynamischen Datenblock mit manuell erstellten redaktionellen Abschnitten zu umgeben, die ergänzende Informationen abdecken:
Wie man eine Bestellung aufgibt,
Wie man Mitarbeiter einlädt,
Wie man ein Zertifikat erhält und
Zahlungsoptionen.
Das Ergebnis ist eine Produktseite, die gleichzeitig datengetrieben und redaktionell flexibel ist. Die dynamischen Inhalte sind immer aktuell, während die begleitenden redaktionellen Texte unabhängig über das CMS verwaltet werden können.
Der Kaufprozess folgt einem standardmäßigen E-Commerce-Muster: Produktentdeckung über die Kategorieliste, Produktbewertung über die Detailseite und Konversion über eine Weiterleitung zum LMS-Checkout. Der Checkout selbst umfasst Selbstregistrierung, Eingabe der Rechnungsdaten, Mitarbeiternominierung und Zahlung. Die gesamte UX entspricht den Konventionen eines etablierten B2B-Onlineshops, was die Einstiegshürde für Käufer reduziert.
TECHNISCHE UMSETZUNG
Die technische Architektur besteht aus 2 separaten Repositories:
Statamic CMS Anwendung
Safetyworx365 LMS
Die wesentlichen technischen Entscheidungen im Überblick:
Direkte Datenbankintegration (keine API-Schicht):
Die Statamic-Anwendung liest direkt aus der Datenbank des LMS. Das eliminiert die Notwendigkeit, eine dedizierte API zwischen beiden Systemen zu bauen, zu warten und abzusichern – was die technische Komplexität und Latenz deutlich reduziert.
Flat-File Content-Management:
Alle in Statamic verwalteten Inhalte – Seitenlayouts, redaktionelle Texte, interaktive Materialien – werden als Flat-File-System gespeichert, was die Versionierung und das Deployment von Inhalten vereinfacht.
Read-Only-Datengrenze:
Statamic liest LMS-Daten, schreibt aber nicht in diese. Die Kursverwaltung bleibt ausschließlich im LMS, was Datenduplizierung verhindert und eine einzige Datenquelle (Single Source of Truth) für Kursinhalte gewährleistet.
Individueller Inhaltsblocktyp:
Ein maßgeschneiderter Inhaltsblock wurde in Statamic entwickelt, der die Daten einer bestimmten Unterweisung aus der LMS-Datenbank abruft und als strukturierte Produktliste darstellt. Dieser Block kann auf jeder beliebigen Seite im Statamic Page Builder platziert und mit Standard-Redaktionsabschnitten kombiniert werden.
Individuelle Sitemap-Integration:
Die Sitemap-Generierung von Statamic wurde programmatisch erweitert, um LMS-Kursdaten einzubeziehen und so eine vollständige SEO-Abdeckung des Produktkatalogs sicherzustellen.
Individuelle Live-Vorschau-Integration:
Es wurde ein Live-Vorschau-Mechanismus entwickelt, der es Redakteuren ermöglicht, LMS-basierte Inhalte im Statamic Control Panel in der Vorschau zu sehen – für eine Qualitätskontrolle der Produktseiten vor der Veröffentlichung.
Checkout über das LMS:
Die Kauftransaktion wird nicht von Statamic abgewickelt. Beim Klick auf den Kauf-Button wird der Kunde zum LMS weitergeleitet, wo ein dedizierter Checkout-Flow die Selbstregistrierung, Erfassung der Rechnungsdaten, Zahlungsabwicklung, Kursfreischaltung, E-Mail-Benachrichtigung und Zertifikatsausstellung übernimmt. Statamic delegiert diese Funktionen vollständig an das LMS und nutzt bestehende, bewährte Workflows.
ONLINESHOP-ANBINDUNG
Der Onlineshop ist die zentrale kommerzielle Funktion der neu aufgebauten Website. Seine Umsetzung erstreckt sich über Statamic und das LMS:
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Produktkatalog:
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Statamic rendert einen durchsuchbaren Produktkatalog aus der LMS-Datenbank, gegliedert nach Unterweisungskategorien. Jede Kategorieseite listet die relevanten Kurse auf; jeder Kurs verlinkt auf eine eigene Produktdetailseite.
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Produktdetailseite:
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Ein individueller Statamic-Inhaltsblock ruft Kursdaten aus der LMS-Datenbank ab und stellt sie als strukturierte Produktliste dar – ergänzt durch manuell erstellte redaktionelle Inhalte aus dem CMS.
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Kaufprozess:
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Beim Initiieren eines Kaufs wird der Kunde von der Statamic-Website zum LMS-Checkout weitergeleitet. Dort durchläuft er Selbstregistrierung, Eingabe von Firmen- und Rechnungsdaten, Nominierung von Mitarbeitern zur Einschreibung und Zahlungsabwicklung.
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Post-Purchase-Automatisierung:
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Nach erfolgreicher Zahlung schaltet das LMS den gekauften Kurs automatisch frei, versendet eine E-Mail-Benachrichtigung mit direktem Link zum Kurs-Dashboard und generiert nach Kursabschluss ein PDF-Zertifikat, das per E-Mail zugestellt wird.
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ONLINESHOP-ANBINDUNG
Von einer selbst erstellten Website mit ständigem Aufwand beim Onboarding von Arbeitgebern und Mitarbeitern hin zu einem vollständig automatisierten End-to-End-Prozess. Von der Produktentdeckung auf der Website bis zum abgeschlossenen Kurs mit Zertifikat – an keiner Stelle ist ein manuelles Eingreifen von Safetyworx365 erforderlich.