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Laravel Hosting 2026: Forge, Laravel Cloud, Vapor oder manuell?

Seit 2025 hat sich die Hosting-Landschaft für Laravel-Projekte deutlich verändert: Mit Laravel Cloud steht erstmals eine offiziell von Laravel betriebene Managed-Plattform bereit – neben dem bewährten Duo Forge und Vapor. Wir ordnen die Optionen ein und zeigen, wann welcher Weg der richtige ist.

Chris
Geschäftsführer, PHP Senior-Entwickler
Aktualisiert:
Laravel Hosting.

Lange war die Antwort auf „Welches Hosting für Laravel?" einfach: ein eigener Server, provisioniert mit Laravel Forge, auf Hetzner oder DigitalOcean. Seit dem Launch von Laravel Cloud im Februar 2025 – gemeinsam mit Laravel 12 – hat sich das verändert. Erstmals gibt es eine von Laravel selbst betriebene, vollständig verwaltete Plattform, die ohne klassischen Server auskommt. Damit haben Laravel-Teams heute vier relevante Optionen, und die richtige hängt stark vom Projekt ab.

Was sich nicht verändert hat: Beim klassischen Shared Hosting ist nach wie vor Vorsicht geboten. Fehlender SSH-Zugang, keine Kontrolle über PHP-Module und eingeschränkte Konfigurationsmöglichkeiten machen es praktisch unbrauchbar für ernsthafte Laravel-Anwendungen.

Die Nachteile von Shared Hosting lassen sich mit dem Kostenvorteil selten rechtfertigen. Anbieter wie Hetzner oder DigitalOcean bieten kleine Server unter 10 Euro pro Monat, und Laravel Cloud hat sogar einen kostenfreien Starter-Tarif mit Auto-Hibernation – beides ist für neue Projekte fast immer die bessere Wahl.

Welche Hosting-Optionen gibt es heute für Laravel?

Die vier Wege, die wir 2026 in unseren Projekten tatsächlich einsetzen – jeweils mit ihren Stärken und den Szenarien, für die sie gedacht sind:

Laravel Forge + eigener VPS

Ein klassischer Server (Hetzner, DigitalOcean, Vultr, Linode oder AWS EC2), provisioniert und verwaltet über Laravel Forge. Maximum an Kontrolle, bei hoher Vorhersehbarkeit der Kosten. Ideal für Projekte mit stabilem Traffic und speziellen Infrastruktur-Anforderungen – und nach wie vor die günstigste ernsthafte Option für Langläufer.

Laravel Cloud

Die seit 2025 verfügbare, offiziell von Laravel betriebene Managed-Plattform auf AWS EC2. Kein Server-Management, automatisches Skalieren, Preview-Umgebungen pro Pull Request, Hibernation auf Null bei Inaktivität. Richtet sich an Teams, die sich nicht um Infrastruktur kümmern wollen.

Laravel Vapor

Serverlose Bereitstellung auf AWS Lambda. Extrem skalierbar bei plötzlichen Traffic-Spitzen, zahlt sich besonders aus, wenn Ihre Anwendung die meiste Zeit leerläuft und nur punktuell hohe Lasten aushalten muss. Voraussetzung: Ein eigenes AWS-Konto und etwas Serverless-Erfahrung im Team.

Shared Hosting (nicht empfohlen)

Günstig, aber voller Kompromisse: kein SSH, keine Kontrolle über PHP-Module, keine Queue-Worker, keine Scheduler. Für produktive Laravel-Projekte praktisch unbrauchbar. Heute gibt es mit Laravel Cloud einen kostenfreien Einstieg, der alle diese Einschränkungen umgeht.

Wann ist Laravel Cloud die richtige Wahl?

Laravel Cloud ist für uns die interessanteste Neuerung im Laravel-Hosting der letzten Jahre – und in vielen Projekten mittlerweile die erste Option, die wir evaluieren. Die Plattform abstrahiert alles weg, was an klassischem Server-Management nervt: Provisioning, Security-Updates, SSL-Verwaltung, Queue-Worker, Backups, Skalierung. Was bleibt, ist ein git push – der Rest läuft.

Besonders relevant finden wir folgende Eigenschaften:

  • Hibernation bis auf Null. Anwendungen, die gerade niemand nutzt, fahren automatisch herunter und verursachen keine Compute-Kosten. Nach dem nächsten Request werden sie in Sekunden wieder hochgefahren. Für Prototypen, interne Tools und kleine Kundenportale ist das ein Game-Changer – der Starter-Tarif hat keine Grundgebühr.

  • Preview-Umgebungen pro Pull Request. Jeder PR bekommt automatisch eine eigene, produktionsnahe Umgebung mit eigener Datenbank. Reviewer können die Änderung anklicken und live testen, ohne dass jemand manuell deployen muss. Das verändert den Review-Prozess sichtbar – wer es einmal hatte, will nicht mehr zurück.

  • Verwaltete Queue- und Worker-Cluster. Ab dem Growth-Tarif skalieren Queue-Worker automatisch mit dem Backlog. Sie müssen sich nicht selbst um Horizon-Konfiguration, Prozessüberwachung oder Load-Balancing kümmern.

  • Keine doppelte Expertise nötig. Wer Laravel kann, kann mit Laravel Cloud umgehen. Es gibt keinen Grund, sich zusätzlich in AWS, Docker, Terraform oder Kubernetes einzuarbeiten, nur um eine App in Produktion zu bringen.

Konkret raten wir zu Laravel Cloud in diesen Szenarien:

  • Neue SaaS-Produkte und MVPs. Wenn Sie noch nicht wissen, ob Ihr Produkt Fahrt aufnimmt, ist die Kombination aus Auto-Hibernation und nutzungsbasierter Abrechnung unschlagbar. Solange keine Nutzer da sind, zahlen Sie nichts. Wenn das Produkt skaliert, skaliert die Plattform automatisch mit.

  • Interne Tools und Kundenportale mit unregelmäßigem Traffic. Genau die Art von Anwendungen, die den ganzen Tag Server-Kapazität blockiert, auch wenn sie nur morgens und abends genutzt wird, profitieren stark von der Hibernation. Plus: weniger Administrationsaufwand.

  • Teams ohne dedizierte Infrastruktur-Rolle. Wenn in Ihrer Organisation niemand dauerhaft für Server-Betrieb zuständig ist, nimmt Laravel Cloud dieses Risiko komplett weg. Sie haben keinen Single Point of Failure mehr beim einen Kollegen, der noch weiß, wie das Provisioning-Skript funktioniert.

  • Projekte mit starken Review-Kulturen. Die Preview-Umgebungen pro PR sind ab dem Growth-Tarif ein echter Produktivitätshebel. Wenn Sie Feature-Branches und Pull-Request-Reviews ernsthaft nutzen, ist das allein oft den Aufpreis wert.

Wann wir Laravel Cloud nicht empfehlen: Bei Projekten mit sehr konstantem, hohem Traffic (zum Beispiel ein etabliertes Kundenportal mit zuverlässig ausgelasteten Workern) kann ein klassischer Forge-Server wirtschaftlich günstiger sein, weil Sie dort eine feste Monatsrate zahlen und nicht nach Nutzung. Und bei Projekten mit speziellen Infrastruktur-Anforderungen – eigene System-Pakete, spezielle Netzwerk-Setups, On-Premise-Anbindungen – ist Cloud zu abstrakt. Dann wollen Sie die Kontrolle eines eigenen Servers.

Die offizielle Dokumentation und die Preis-Information finden Sie bei cloud.laravel.com – der Starter-Tarif enthält 5 USD Gratis-Guthaben und läuft ohne Kreditkarte, sodass sich ein Test ohne Risiko lohnt.

Anforderungen an gutes Laravel-Hosting (bei eigenem Server)

Wenn Sie sich für einen eigenen Server entscheiden – mit oder ohne Forge als Verwaltungsebene –, sollten diese drei Grundlagen erfüllt sein. Bei Laravel Cloud und Vapor sind all diese Punkte bereits durch die Plattform abgedeckt und Sie müssen sich nicht weiter damit befassen.

SSH- und Root-Zugriff

Über den Konsolenzugriff kann die App aktualisiert und gewartet werden. Oft wird via SSH ein effizientes und automatisches Deployment abgebildet. Für Laravel-Entwickler unverzichtbar.

SSL-Zertifikate

Websites ohne SSL werden von Browsern als unsicher eingestuft. Sichere Zertifikate sind über Let's Encrypt kostenlos verfügbar – ein absolutes Must-Have.

Support und Kundenservice

Im Ernstfall ist unkompliziert erreichbarer Kundenservice Gold wert. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Hosting und Kundenservice von Hetzner gemacht.

Backups der App und Datenbank

Nicht nur geschäftskritische Anwendungen sollten regelmäßig gesichert werden. Während der Quellcode neben der Installation auf dem Webserver auch im Repository vorliegt, müssen andere Teile der App gesondert über Backups gesichert werden.

Bei Laravel Cloud sind Datenbank-Backups bereits in die Plattform integriert (Point-in-Time Recovery je nach Tarif). Auch Vapor nutzt verwaltete RDS-Datenbanken mit automatisierten Snapshots. In beiden Fällen bleibt aber relevant, dass Uploads im Storage-Bucket (typischerweise S3) separat gesichert werden sollten – zum Beispiel mit Versionierung und Lifecycle-Policies. Die folgenden Empfehlungen gelten daher primär für eigene Server, aber die Grundprinzipien ändern sich nicht:

Datenbank-Backup

Regelmäßige, automatische Backups der Datenbank auf separatem Speicher ablegen. Alle gängigen Hosting-Anbieter bieten günstige Storage-Tarife an. Zusätzlich können Backups über mehrere Server synchronisiert werden.

Storage-Backup

Das Storage-Verzeichnis enthält Uploads und verarbeitete Dateien. Es wird üblicherweise nicht ins Repository eingecheckt und muss daher separat gesichert werden.

Content-Backup bei Statamic

Wenn Statamic als Flat-File CMS ohne Datenbank genutzt wird, sollten zusätzlich die Inhaltsverzeichnisse gesichert werden – standardmäßig das content/-Verzeichnis.

Hosting als Re-Selling?

In der Agenturwelt ist das Re-Selling von Hosting ein weit verbreiteter Ansatz, der gute Margen mit wenig Aufwand verspricht. Für Auftraggeber birgt dieses Modell einige Risiken: Wenn die Agentur Entwicklung und Hosting übernimmt, begibt sich der Kunde in eine Abhängigkeitssituation. Im Falle von Streitigkeiten kann die Agentur den Zugriff zum Server verweigern.

Wir sind davon überzeugt, dass eine gute Geschäftsbeziehung ohne künstliche Abhängigkeiten auskommt. Kunden buchen ihr eigenes Hosting und beauftragen uns mit der Administration – volle Kontrolle und externe Expertise.

Gerade bei Laravel Cloud ist dieses Prinzip besonders einfach umsetzbar: Sie legen Ihre eigene Cloud-Organisation an, rechnen direkt mit Laravel ab, und wir kommen als technischer Administrator Ihrer Organisation dazu. Sobald die Zusammenarbeit endet, entziehen Sie uns den Zugriff – die gesamte Infrastruktur bleibt in Ihrer Hand.

Fazit: Welche Laravel-Hosting-Option passt zu Ihrem Projekt?

Die Zeiten, in denen es auf die Frage „Welches Hosting?" eine Standardantwort gab, sind vorbei. Die Wahl hängt heute spürbar vom Projekt ab – und im Zweifelsfall lohnt sich eine kurze Einordnung, bevor Sie sich technisch festlegen.

  • Neues SaaS-Produkt, MVP oder unvorhersehbarer Traffic? Laravel Cloud. Die Kombination aus Hibernation, nutzungsbasierter Abrechnung und Preview-Umgebungen pro Pull Request ist für dieses Szenario unschlagbar. Start ohne Kreditkarte, mit Starter-Tarif bei realem Produktionsbetrieb.

  • Etabliertes Produkt mit konstantem Traffic und Kostendruck? Forge auf einem eigenen VPS bei Hetzner oder DigitalOcean. Bei gleichmäßiger Auslastung ist die feste Monatsrate eines kleinen Servers oft günstiger als nutzungsbasierte Abrechnung, und Sie behalten volle Kontrolle.

  • Virale Traffic-Spitzen oder tief integrierte AWS-Architektur? Laravel Vapor. Die serverlose Ausführung auf AWS Lambda skaliert von null auf tausende Anfragen pro Sekunde, ohne dass Sie einen Server dimensionieren müssen. Voraussetzung ist AWS-Erfahrung im Team.

  • Spezielle Infrastruktur, On-Premise-Anbindung oder regulatorische Anforderungen? Eigener VPS – eventuell ohne Forge, wenn sehr spezifische Setups nötig sind. Laravel Cloud und Vapor abstrahieren zu viel weg, wenn Ihre Anforderungen unterhalb der Framework-Ebene liegen.

Wir arbeiten je nach Projekt mit allen vier Optionen und unterstützen unsere Kunden sowohl beim Betrieb klassischer Server als auch bei Migrationen auf Laravel Cloud oder Vapor. Wenn Sie sich unsicher sind, welcher Weg für Ihr Vorhaben der richtige ist, sprechen Sie uns an – eine halbe Stunde Einordnung am Anfang spart im Betrieb oft Wochen.